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Sportklettern – die Jagd nach dem höchsten Schwierigkeitsgrad

Thomas und ich wurden bereits in frühester Kindheit in die Welt der Berge eingeführt. Dies verwundert nicht, waren doch unsere Eltern beide passionierte Bergsteiger. Und so steckten wir in unserer Jugend erstmal unsere gesamte Energie ins klassische alpine Klettern. Das Ziel, das wir vor Augen hatten, war es, irgendwann alle großen Gipfel der Alpen und weltweit zu bezwingen.

Ich kann mich heute noch genau an die Zeit erinnern, als die ersten Artikel über das Sportklettern auftauchten. Ich war 15 Jahre alt und Thomas und ich waren so fanatisch, wie man nur sein kann. Das, was bis zu diesem Zeitpunkt über das Sportklettern zu hören war, löste in uns nicht das wirklich große Interesse aus. Warum sollten wir uns mit einer zehn Meter hohen Route zufriedengeben, hatten wir doch eine unerschöpfliche Auswahl großer Wände vor der Haustüre.

Ein Artikel von Wolfgang Güllich, der in den 80er Jahren als Sportkletterer durch zahlreiche Erstbegehungen extrem schwieriger Kletterrouten Maßstäbe setzte, eröffnete Thomas und mir allerdings einen neuen Horizont, den wir bis dahin nicht einmal erahnt hatten. Klettern ist Leistungssport, egal wie hoch die Wände sind.

Sportkletterrouten sind oft ziemlich kurz, meist zwischen zehn und 30 Metern, manchmal aber auch bis zu 100 Metern. Anders als beim klassischen Klettern geht es beim Sportklettern nämlich nicht um das Bezwingen eines Berges, sondern um das Meistern einer bestimmten Route. Es ist der Schwierigkeitsgrad, der zählt. Je härter die Tour, umso besser. Die bei uns gebräuchlichste Schwierigkeitsskala (UIAA) reicht derzeit vom ersten bis zum unteren zwölften Grad.

Handelt es sich um eine kurze Route, dann sind eben die Griffe umso kleiner, die Bewegungen komplizierter und die Züge weiter. Die Fotos von den verschiedenen Routen in dem Artikel zeigten uns eine neue Dimension von Schwierigkeit. Griffe, so klein, dass wir sie bisher als solche gar nicht erkannt hätten, wurden hier von den Helden des neuen Sports durchgezogen. Und Wolfgang Güllich gelang es tatsächlich, mich davon zu überzeugen, dass ein Achttausender nicht zwangsläufig schwieriger zu bezwingen ist, als eine sechs Meter hohe Sportkletterwand.

Thomas und ich hatten mitbekommen, dass sich die Traunsteiner Kletterer an den Freitagnachmittagen im Klettergarten in Karlstein trafen. Das Klettern dort ist durchaus anspruchsvoll. Der Kalk ist sehr kompakt und fordert ein fortgeschrittenes Können, will man mit den komplexen Schwierigkeiten zurechtkommen. Unser erstes Mal in Karlstein war daher ein wenig frustrierend. Thomas und ich glaubten damals, gar nicht so schlecht im Fels unterwegs zu sein und wir konnten mit den anderen im alpinen Gelände voll mithalten.

In Karlstein aber war das anders. Noch nie hatten wir es mit so komplexen Kletterstellen zu tun gehabt. Die anderen Kletterer kannten jeden einzelnen Kletterzug. Ich war überrascht, denn ich wäre bis dahin nie auf die Idee gekommen, mir irgendeine Kletterstelle zu merken und mir die Technik, die ich an jedem einzelnen Meter Fels angewendet habe ins Gedächtnis einzuprägen.

Warum auch? Unser Bestreben war, in einer Saison so viele verschiedene Routen wie möglich zu klettern. Und wir wären bis dahin auch nie auf die Idee gekommen, eine Route, die wir schon kannten, nochmals zu klettern.

In Karlstein haben wir eine völlig neue Welt des Kletterns kennengelernt. Und unser Ehrgeiz war geweckt.

Für uns gab es damals noch ziemlich begrenzte Möglichkeiten, uns in der näheren Umgebung im Sportklettern auszuprobieren. Heute dagegen gibt es zahlreiche Klettergärten, Kletter- und Boulderhallen, die jedem die Chance bieten, unseren faszinierenden Sport auszuprobieren.

Viel Spaß beim Üben,

Euer Alexander Huber
Die Huberbuam